Die deutsche Sprache ist schwer! Die Chinesische auch! Zum Glück braucht Musik keine Worte, oder, wie ein deutscher Schriftsteller es einmal ausdrückte, „Musik allein ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden“.
In diesem Zeichen stand auch die Blüthner-Ausstellung in Nanjing. Die Liebe zur Musik reichte als Verständigung unter den Besuchern aus. Die einzigartige Qualität und der unverkennbare Klang der Blüthner-Klaviere begeisterte Klavierliebhaber wie auch neugierige Besucher, die zufällig an der neuen Repräsentanz der Pianofortefabrik Blüthner in der Hanzhong Straße vorbeispazierten. Der Reiz, eines der begehrten Blüthner-Klaviere sein Eigen zu nennen, ist groß. So groß, dass bereits am Abend des Eröffnungstags alle Klaviere ausverkauft waren!
Die Geschichte des Unternehmens liest sich wie ein spannender Roman, bestehend aus einer Mischung von schillernden Persönlichkeiten, Kriegswirren und DDR-Geschichte. Marlene Dietrich, Richard Wagner, Claude Debussy und Peter Tschaikowsky besaßen einen Blüthner, das größte Kompliment machte aber der Dirigent Wilhelm Furtwängler den Klavieren. Er schrieb „Blüthner-Flügel könne wirklich singen. Das Schönste, was man von einem Klavier sagen kann“.
Bis zum Zweiten Weltkrieg konnte man den Klang der Blüthner-Klaviere in den musikalischen Metropolen rund um den Globus vernehmen. Diese Erfolgsgeschichte endete abrupt, als die Fabrik durch Bombardements während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde. Erst langsam fand das Traditionshaus wieder zu seinem alten Glanz zurück. Heute kann man den Klang der Klaviere wieder von Berlin über Paris bis nach Nanjing vernehmen.