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Nachhaltige Urbanisierung
Auf dem Weg zur Wissensgesellschaft –China vor neuen Herausforderungen
Datum: 8.Jul. 2009    
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Schlagworte: Station Nanjing    Wissenschaft und Bildung    Berufsbildungskonferenz Q-China    
 
„China verabschiedet sich immer mehr von der Strategie, ausschließlich über Billiglöhne und Massenmärkte zu wachsen. Die klare Tendenz zur höherwertigen Produktion und zu innovativen Lösungen „Made in China“ nimmt zu.“ An diesem Punkt setzt die „Qualification China“ an, die vom Bundesverband für Berufliche Qualifizierung e. V. (Q-Verband) initiiert wurde und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird. Sie erörtert Möglichkeiten der deutsch–chinesischen Zusammenarbeit in der Berufs- und Hochschulbildung und bildet Netzwerke zur Wissensgenerierung. Von chinesischer Seite nehmen rund 200 Experten aus den Bereichen der Wirtschaft, des Schulwesens und der Verwaltung teil.

Standort für die Konferenz ist der Blomberger Automatisierungsspezialist Phoenix Contact in China, der die Veranstaltung über die durch das Bundeswirtschaftsministerium geförderten Mittel hinaus durch eigenes zusätzliches Sponsoring fördert. Inhaltlich geht es um die an einem dynamischen Wirtschaftsstandort wie China besonders raschen Veränderungen in der Arbeitswelt und den daraus resultierenden Qualifizierungsbedarf. Die Standortwahl unterstreicht dabei, dass man die Prozesse dort erörtern will, wo sie entstehen, nämlich in den Unternehmen.

Mit Ausnahme einiger Elite-Universitäten wie z. B. der Tongji Universität in Shanghai, die den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht, sind chinesische Universitäten noch im wissenschaftlichen Aufholprozess begriffen. Deshalb werden die akademischen Eliten Chinas weiterhin vorzugsweise im Ausland ausgebildet. Bei der Reform des Bildungswesens setzt auch China, wie viele asiatische Staaten, auf internationale Kooperationen. Die deutschen Angebote und Vorschläge zu engerer Zusammenarbeit stoßen daher bei den chinesischen Teilnehmern auf großes Interesse.

Im Bereich der beruflichen Bildung besteht noch dringenderer Handlungsbedarf, denn viele chinesische Arbeiter sind nicht ausreichend qualifiziert, um der zunehmenden Komplexität der Arbeitsprozesse gerecht zu werden. Eine besondere Herausforderung besteht in der konzeptionellen und didaktisch-methodischen Umsetzung der Qualifizierung.

Die technische Ausrüstung wird zwar bereitgestellt, oft mangelt es aber an geeigneten Lehrkräften und didaktischen Unterlagen. Die deutschen Vorträge sind auf diese spezielle Problematik abgestimmt und treffen damit bei den chinesischen Teilnehmern ins Schwarze. Hilfestellungen für die Weiterbildung leistet beispielsweise die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH e. V.), die bereits seit längerem die berufliche Qualifizierung in China unterstützt. Auch chinesische Berufsschullehrer werden seit 2006 in Deutschland durch das Bildungszentrum der Handwerkskammer Hildesheim fortgebildet.

Der Vertreter von Phoenix Contact ist überzeugt, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland gerade im Bereich der beruflichen Bildung zu einer Erfolgsgeschichte für beide Seiten werden kann. Die Q-Conference in Nanjing eröffne Deutschen wie Chinesen eine Plattform, um Kontakte zu knüpfen, Themen zu erörtern und Bereiche zu identifizieren, in denen Kooperationen sinnvoll sind.
 
 
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