Konzentration, Nervosität, angespannte Neugier liegen in der Luft – beim Redewettbewerb Deutsch rauchen die Köpfe der studentischen Redner. Jetzt zählen nicht mehr Spiel und Spaß wie beim Schnupperkurs – rhetorisches Talent, Sprachvermögen, Stilsicherheit und eine gehörige Prise Durchsetzungsvermögen sind gefragt. Wie debattiert und diskutiert man auf Deutsch? Wie gehe ich auf die Argumente des Anderen ein? Wie kann ich meine Sprachkenntnisse anwenden?
Lange zuvor schon quälten sich die Studenten bei den regionalen Vorentscheidungen mit diesen Fragen, und nur acht Paare hatten es mit ihren Antworten darauf bis nach Nanjing geschafft. Nun galt es, im Abschlusswettbewerb die Jury von ihren Talenten und ihrer Debattierkunst in deutscher Sprache zu überzeugen. Paarweise traten die Kontrahenten in olympischer Manier im Viertelfinale, Halbfinale und schließlich im Finale gegeneinander an. Nur das jeweilige Gewinnerpaar kam eine Runde weiter.
Das große Engagement der Universität Nanjing, des Erziehungsministeriums und des Goethe-Instituts sorgten für einen reibungslosen Ablauf und eine hervorragende Organisation der Endausscheidungen. Der festliche Rahmen verlieh dem Wettbewerb einen besonderen Glanz und spornte die Studenten zu Höchstleistungen an: Anhand der Kriterien Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfertigkeit und Überzeugungskraft wurde nicht eine als richtig oder falsch erachtete Meinung bewertet, sondern die Betrachtung der Streitfrage von verschiedenen Seiten stand im Mittelpunkt. Wichtig war es also, die Meinungen der anderen Teilnehmer ernst zu nehmen und sich mit ihnen gründlich auseinanderzusetzen. Oder wie ein chinesisches Sprichwort sagt: „Reden können ist nicht soviel wert wie zuhören können.“
Mancherlei Verhaspeln sorgte für große Erheiterung im Saal. Letztendlich zeigten aber alle Teilnehmer, dass sie sich zu Recht für das große Finale qualifiziert hatten. Alle fühlten sich zwar als Gewinner, aber natürlich konnte nur ein Paar letztendlich der Sieger sein. An diesem Tag war es ein Studentenpaar der Fremdsprachenuniversität Peking. Es gewann einen zweimonatigen Sprachkurs in Deutschland. So können die beiden nicht nur ihre Sprachkenntnisse vervollkommnen, sondern auch Deutschland und seine Menschen kennen- und hoffentlich lieben lernen.