Sich fremd fühlen in der eigenen Heimat, das war das Thema des Tanztheaterstücks der Choreographin Antje Pfundtner und ihrer chinesischen Kollegin Wen Hui des Living Dance Studios. Doch nicht nur die sozioökonomischen Schwierigkeiten der chinesischen Landbevölkerung, die sich in Richtung der Megacities der Ostküste bewegt, wurden thematisiert. Die Künstler, die an der Umsetzung des Stücks Outlander beteiligt waren, sind selbst viel unterwegs und leben an vielen Orten gleichzeitig. All diese Orte können sie ihre Heimat nennen, aber sie sind auch nirgendwo richtig zu Hause.
Während der Proben konnten sich Antje Pfundtner und die chinesischen Tänzer oft nur über Mimik und Gestik verständigen. Denn außer Wen Hui sprach keiner der anderen Englisch. Doch man kann sich auch auf einer anderen als der sprachlichen Ebene verständigen.
Die Zuschauer erlebten eine einzigartige Vorstellung, auf große Effekte wurde bewusst verzichtet, um die Aufmerksamkeit durch einen minimalistischen Stil auf den Inhalt zu lenken. Die Plastikschirme um die Hälse der Darsteller sollten zum Ausdruck bringen, dass auch in der neuen Heimat die Zeit unaufhörlich verstreicht und dass man an die Probleme der Vergangenheit und der Gegenwart nicht mehr rühren kann.