Als die große Hip-Hop-Welle Anfang der 90er Jahre über den Pazifik schwappte, wurden zunächst Japan, Südkorea sowie Taiwan und Hongkong davon überrollt. Erst langsam verbreitet sich das relativ junge Phänomen auch auf dem chinesischen Festland.
Hip-Hop ist mehr als nur erzählendes Singen, wie es der chinesische Terminus vermuten lässt. Der chinesische Hip-Hop und vor allem die Nanjinger Band „D-Evil“ sind auf dem besten Weg, mit dem typischen Hip-Hop-Vierklang „Tanz“, Schreiben, dem Auflegen der Platten „DJ’ing“ und der Bühnenshow „MC’ing“ eine gute Basis für die Weiterentwicklung des Hip-Hop in China zu legen. Kern des Erfolges von D-Evil in China ist, dass sie mit ihren Texten die Sorgen und Probleme der Menschen in der Region aufgreifen und somit die ursprüngliche Ausdrucksform junger Afroamerikaner und deren Sozialkritik an den Verhältnissen in den USA für sich entdeckt und auf chinesische Verhältnisse übertragen haben.
Die Nanjinger kratzen daher nicht nur an der Oberfläche der Hip-Hop-Musik, sondern können ihrer Begeisterung für die Musik in Rhythmus und Beat ihren eigenen tiefen Ausdruck verleihen. D-Evil schafften es auf diese Weise, auf der Deutschland-Promenade auch unabhängig von der Sprache ihre Botschaft unter die Leute zu bringen.