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„Wir präsentieren kein perfektes Deutschlandbild.“ 
Datum: 26.Jun. 2009    
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Schlagworte: Station Shenyang    Interview    Michael Kahn-Ackermann    Nation Branding    
 
Michael Kahn-Ackermann kam 1975 als Student „aus der Klasse der Arbeiter, Bauern und Soldaten“ an die Beijing Universität. Mehr als zehn Jahre verbrachte er in China, übersetzte chinesische Literatur und heiratete eine Chinesin. Er war beteiligt an der Gründung des Goethe-Instituts Peking, nun ist er der Leiter des Goethe-Instituts China. Seine derzeitige Haupttätigkeit ist die Projektleitung von „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ (DuC). Was für eine Form des Nation Branding ist „DuC“? Wie verändert die Veranstaltung das Deutschland-Bild? Wie kann seiner Erfahrung nach die Imageförderung eines Staates vorangetrieben werden? Kurz vor der Eröffnung der Station Liaoning/Shenyang sprach Projektleiter Kahn-Ackermann mit unserer Zeitung.

„Wir arbeiten bewusst bescheiden.“

Wie unterscheidet sich „DuC“ von anderen „Kulturjahr“-Veranstaltungen?
Bei der Konzeption unserer Veranstaltungen haben wir festgestellt, dass sowohl Deutsche als auch Chinesen kein besonderes Interesse mehr an solchen Veranstaltungen haben. Es wird zu viel angeboten. Jedes Land präsentiert sich als das kreativste, modernste, attraktivste und so weiter, die Leute haben diese Form der Präsentation satt. Das bringt nicht viel.

Das Deutschland-Bild in China, so haben wir im Vorfeld auch festgestellt, ist gar nicht so schlecht. Dabei muss nicht viel verbessert werden. Daher haben wir beschlossen, keine klassische PR-Veranstaltung zu machen. Wir wollen den Chinesen zeigen, dass Deutschland in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen ein zuverlässiger, kreativer und kooperationswilliger Partner ist. Was sind nun die wichtigen Themen in China? Wir denken, eines der wichtigsten Probleme ist die Urbanisierung. Dabei spielt der Kooperationsgedanke eine sehr wichtige Rolle. Dafür genügen nicht nur einige Kultur-Shows, auch die Bereiche Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Bildung müssen mit einbezogen werden. Wir brauchen eine ganzheitliche Veranstaltung.

Was ist Ihre Haupt-Erfahrung von Nation Branding?
Unsere Erfahrung ist: eine ehrliche Präsentation ist am effektivsten. Manche Entscheidungen bei DuC waren umstritten, zum Beispiel, die Idee, Bambus-Pavillons zu verwenden. Dies betrifft ja unser Thema: Nachhaltige Entwicklung und umweltfreundliches Material. Aber viele Wirtschaftspartner wehrten sich vehement dagegen. Sie dachten, das stünde im Widerspruch zu moderner Technik und Fortschritt.

Wie überzeugten Sie Ihre Partner?
Anstatt sie zu überzeugen, habe ich einfach die Sache so veranlasst.
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