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Moderne Verkehrssysteme im urbanen Kontext bestehen zumeist aus einem ganzen Verbund verschiedener Verkehrsmittel. Notwendig wird das durch die verschiedene Anforderungen, die an den Stadtverkehr gestellt werden: Einerseits müssen möglichst viele Ziele erreichbar sein, andererseits sollen große Distanzen in möglichst kurzer Zeit zurückgelegt werden können.
Omnibusse verkehren daher auf kürzeren Strecken und sind in der Lage, einen engen Kreis durch Haltestellen zu bedienen. Zudem sind Buslinien flexibel und kostengünstig. Für längere Strecken hingegen eignen sich Bahnsysteme. Sie sind zwar aufwändig in der Planung und Konstruktion, können jedoch weit entfernte Ziele schneller als jeder Straßenverkehr miteinander verbinden. In Großstädten wie zum Beispiel Berlin hat sich die U-Bahn dabei als besonders geeignet herausgestellt, in Metropolregionen wie Rhein-Ruhr oder Rhein-Neckar dagegen die S-Bahn.
So schön eine Fahrt mit der Berliner S-Bahn auch sein mag, oberirdische Bahnsysteme nehmen der Großstadt Raum für Gebäude oder Grünanlagen, Platz, den die eng bebaute Stadt Guangzhou nicht hat.
Im September 1989 stimmte die Volksregierung der Stadt Guangzhou daher für das Konzept zum Bau einer U-Bahn. Fünf Jahre nach der Gründung der Guangzhou Metro Corporation wurde am 28. Juni 1997 bereits das erste Teilstück in Betrieb genommen. Gegenwärtig umfasst das Netz der Guangzhouer U-Bahn vier Linien mit 116 Kilometern Strecke und sechzig Bahnhöfen. Täglich befördert die Guangzhouer U-Bahn 1,8 Millionen Fahrgäste. Bis 2010 soll das Netz um drei Linien auf über 190 Streckenkilometer erweitert werden.
Der Bau der Guangzhouer U-Bahn ist ein deutsch-chinesisches Gemeinschaftsprojekt. Die Siemens AG war federführend an dem Projekt beteiligt. Rund die Hälfte der Gesamtkosten wurde von Deutschland getragen, unter anderem durch Kredite zu marktüblichen Zinsen. Über 370 der insgesamt 800 Züge stammen von deutschen Anbietern.
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