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Mehr als ein Traum 
Die Kuratierung einer „Chimäre“
Datum: 8.Sep. 2009    
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Schlagworte: Station Wuhan    Kultur    Kunstaustellung    Kulturaustausch    
 
1. Die Geburt eines Traums
Am 1. Januar 2009 trat ich meine Stelle als Leiterin des Kulturprogramms für die Station Hubei/Wuhan von „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ an. Ich sollte die Verantwortung für die Konzeption und Koordination der Programme in den Bereichen Musik, Kunst, Film, Tanz, usw. übernehmen. Bis zur Eröffnung waren es noch achteinhalb Monate. Eine Deutsche hätte, so befürchte ich, den Traum, eine so groß angelegte Kunstausstellung in so kurzer Zeit zu realisieren, nicht geträumt. Ich aber habe über zwanzig Jahre in China und knapp zwanzig Jahre in Deutschland gelebt. Ich bin ein deutsch-chinesisches amphibisches Wesen. Ich weiß, dass es in China möglich ist, solche Träume zu verwirklichen und dass es auch in Deutschland nicht unmöglich ist. Dieser Traum fand beim Vizepräsidenten der Kunstakademie Hubei, Professor Chen Mengxin, beim stellvertretenden Chefredakteur des Journals der Akademie Professor Yin Xiaobin, und dem Leiter der Galerie der Kunstakademie Zhang Guangping sofort Unterstützung. Wir alle waren der Meinung, dass es an der Zeit wäre, eine Ausstellung zum Thema „Zeitgenössische Kunst aus Deutschland und China“ zu veranstalten.

An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei Herrn Chen, meinem Partner und Hauptkurator der Ausstellung, bedanken. Er verfügt über außerordentlichen Weitblick: „Unsere deutsch-chinesische Kooperation findet zeitgleich mit der Nationalen Ausstellung chinesischer Ölmalerei statt, zu der zahlreiche chinesische Künstler und Kritiker in Wuhan zusammenkommen werden. Eine Ausstellung, die als Plattform für den Austausch der Künstler unserer beiden Länder fungiert und für Deutschland, unsere Provinz und unsere Kunstakademie wirbt.“ Eine derartige Ausstellung findet ihre Grenzen sowohl in der geographischen Entfernung beider Länder sowie in den zur Verfügung stehenden Ausstellungsflächen. Deshalb baten wir den stellvertretenden Leiter des Kunstmuseums Wuhan, Herrn Fan Feng und den Kurator Liu Yu, bei der Ausstellung mitzuwirken. Sie waren bereit, bereits geplante Veranstaltungen abzusagen oder zu verlegen, um unserer Ausstellung das gesamte Museum zur Verfügung zu stellen. Den Mitarbeitern des Museums, welche die Ausstellung aufgebaut haben, gilt daher mein besonderer Dank!

„Eine große und bedeutende Ausstellung“. Wie groß, war zu Beginn niemandem klar. Dank meiner Bemühungen erhielt ich die erforderlichen „roten Stempel“ und die schriftliche Bestätigung, welche die „gebührenfreie Nutzung beider Museen, die Zusage einer finanziellen Förderung und die gemeinsame Durchführung der Ausstellung“, garantierten. Mit dem Erhalt dieses Schreibens stiegen jedoch zugleich der Druck und die Verantwortung. Da hieß es dann: „Nun zeigen Sie mal, ob Sie das angesichts eines solch knappen Zeitrahmens schaffen. Schauen wir mal, wie viele Werke deutscher Künstler sie imstande sind, hierher nach China zu holen. Vor kurzem wollte jemand eine Ausstellung Neuer Medien-Kunst aus Frankreich organisieren. Wir haben ihm genauso viele rote Stempel gegeben, aber die Ausstellung wurde wieder abgesagt. Das darf uns mit Deutschland nicht noch einmal passieren.“

Seither verfolgten mich Tag und Nacht Stress und Spannung.
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