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Es gibt keinen anderen Ort auf der Welt, an dem Städte so schnell wachsen wie in China and so auch keinen Ort, an dem so viele drängende Probleme im Verlauf dieses Wachstumsprozesses auftreten. Europäer sind nicht nur verblüfft, sie bewundern auch die Art, mit der Chinesen Herausforderungen annehmen und angehen. In Städten wie Shanghai oder Hongkong, die unaufhörlich nach der Vormachtstellung streben, scheint es beispielsweise so, als konnten enorme soziale Risse im Verlauf ihres Wachstums vermieden werden. Ökologisches betrachtet stehen die so genannten „Schwellenstädte“ kurz davor die Welt im positiven Sinne mit ihrer Entwicklung zu überraschen.
Gibt es versteckte Gefahren, die hinter der beeindruckend schnellen Entwicklung Chinas lauern? Wird die aktuelle Entwicklung langfristig betrachtet zumindest teilweise verheerende und unhaltbare Auswirkungen haben? Um all diese großen Fragen zu beantworten, müssen wir sie in Beziehung zur lokalen Kultur setzen.
UPDATING GERMANY war der deutsche Beitrag zur XI. Architektur-Biennale Venedig und kam nach Shanghai 2009. Die Ausstellung zeigt die hohe Priorität an, die ökologischem Bauen in Deutschland seit den 1970er Jahren beigemessen wird.
Als eine Antwort entstand UPDATING CHINA aus dem chinesisch-deutschen Forum „URBAN ACADEMY“, das sich mit nachhaltiger Stadtentwicklung im Zusammenhang mit der Veranstaltungsreihe „Deutschland und China – gemeinsam in Bewegung“ beschäftigte.
In dieser Ausstellung werden nun 19 Künstler, Architekten und Designer aus Deutschland und China ihre Reflexionen zum Thema „Updating China“ vorstellen. Der deutsche Architekt Markus Heinsdorff, der das deutsch-chinesische Haus entworfen hat, wird seine Arbeit ebenfalls in UPDATING CHINA einbringen. Zudem werden „best practice“ Projekte, die Top-40 der Urban Academy, die Ausstellung bereichern und ihre Bandbreite noch vergrößern.
Die 40 Projekte sind in fünf Untergruppen aufgeteilt, in Nachhaltige Stadtentwicklung, Umweltfreundliche Grüne Architektur, Aus der Vergangenheit in die Zukunft, Soziale Verantwortung und kostengünstiges Bauen, sowie Nachhaltigkeit in Kunst und Kultur. Die Arbeiten von Xie Yingjun, Wang Hui und Li Xiaodong (post-earthquake reconstruction projects, Apple Primary School in Ali, Tibet and Tulou in Pinghe, Fujian) sind sehr weise und ästhetisch. Die Wiedergeburt der alten Gemeinschaften (Tian Zi Fang, Bewahrung eines alten Dorfes in Jiaojiang und Xixi National Wetland Park), die Transformation alter Industriegebiete in Kreativparks (Beijing 789 Art Zone), moderne Gebäude als städtische Kulturbewahrungszentren (Ningbo Museum) und viele andere Projekte, die wir vorstellen, rechtfertigen die Beteiligung des Architekten bei der Stadtplanung.
Warum UPDATING CHINA? Der Kurator, Dr. LI Xiangning, betrachtet den „Update“ Deutschlands eher als ähnlich einem Update von Computersoftware, der konsekutiv und schrittweise stattfindet, während der Update chinesischer Städte vermutlich auch Sprünge mit sich bringen wird, ja völlig anschlussfreie Veränderungen sowie einen komplexen Urbanisierungsprozess zwischen vollständiger Imitation, allmählicher Optimierung und Charaktertransformation. Der künstlerische Direktor SHEN Qibin beantwortet diese Frage so: Wir wollen mit dieser Ausstellung die Auffassung weiter vorantreiben, ja in die Praxis hineintragen, dass ein Update weniger eine subversive oder destruktive Kraft besitzt, als die nachhaltige Entwicklung einer internen Logik und eine positive Wende darstellt.
Wilfried Eckstein, Institutsleiter des Goethe-Institut Shanghai, nahm die photographischen Arbeiten als Beispiel, indem er UPDATING CHINA als einen „Schnappschuss“, für die Gebäude, die durch bessere ersetzt werden sollten, bezeichnete.
Datum: 5. September – 5. Oktober, 2010 Ort: Vorbereitungsbüro des Himalayas Kunst Museum (2. Stock, Nr. 28, 199 Fangdian Road, Shanghai) Präsentiert von: Goethe-Institut Shanghai, Shanghai Himalayas Kunst Museum
Hier finden Sie weitere Informationen zu URBAN ACADEMY.
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