Kontakt   Impressum   Stellenangebote
     
 
 
Von der Abfall- zur Kreislaufwirtschaft 
Eine Konferenz über Siedlungsabfälle als Sekundärrohstoff
Datum: 24.Jun. 2009    
I    Favoriten     I     drucken     I     schließen    I    
Startseite > Aktuelles
Schlagworte: Station Shenyang   Wissenschaft und Bildung   Siedlungsabfälle   Kreislaufwirtschaft   
 
Unter dem Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Forschungsinstitut für die Behandlung von Festabfällen und Umweltverschmutzung der Technischen Universität Leipzig, dem Institut für Luft-Technologie Shenyang und das Forschungsinstitut für saubere Energie und Umwelttechnologie Shenyang, disktutierten am Vormittag des 18. Juni Experten beider Länder im Konferenzpavillon über das Konzept einer „Kreislaufwirtschaft“, also einer Wirtschaft mit geschlossenen Materialkreisläufen.

Professor Xu Haiyun, Chefingenieur der Chinesischen Akademie für Städtebau, gab einen Einblick über die aktuelle Situation der Müllentsorgung in China. „Die Zahl der Müllverbrennungsanlagen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, wohingegen die der Mülldeponien langsam abnimmt“. Allerdings produzierten Chinas 650 Städte derzeit eine Gesamtmenge von 125 Millionen Tonnen Müll pro Jahr, davon wandere noch über die Hälfte auf die Deponien und nur 10% würden verbrannt, so Xu.

In seinem Bericht über „Die Notwendigkeit einer Kreislaufwirtschaft in China“ brachte Dr. Gary Weber vom Institut für Luft-Technologie Shenyang zum Ausdruck, dass in einem dicht besiedelten Land wie China auch der Gesamtverbrauch von Müll verhältnismäßig hoch sei, höher sogar als der Gesamtverbrauch aller EU-Staaten. Die Herausforderung für China bestehe im schnellen Verlauf der Urbanisierung, dadurch vermehre sich auch der Müllverbrauch pro Person. Dies könne in einigen Städten zu einer wahren Müllkatastrophe führen. Um dies zu verhindern, müssten rechtzeitig entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. „Die beste Herangehensweise ist es, das Konsumverhalten der Menschen zu verändern und sie auf die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft hin zu schulen“, so Weber.

Dr. Weißmann von der Graduate School of Management in Leipzig, erklärte, wie Deutschland Gesetzte und Verordnungen einsetze, um die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. So gebe es beispielsweise eine Verordnung, das privaten Unternehmen ihre Energie von Anlagen für erneuerbare Energie zu festgesetzten Preisen kaufen sollen. Durch diese Vorschrift werden tausende Beschäftigte zu Vorbildern, im Bezug auf die Nutzung von Biogasen in der Industrie. „Es ist wichtig, dass China seinen eigenen Weg in der Müllentsorgung findet, und nicht versucht europäische Methoden zu kopieren“, so Weißmann abschließend. „Das ist keine leichte Aufgabe, der wir uns stellen müssen. Aber entscheidend ist das Verständnis für die Wichtigkeit von Mülltrennung und das jeder Einzelne seinen Beitrag zum Schutze unserer Umwelt leisten kann.“
 
 
Aktuelles
   
Zur Promenade